Kategorie: Antifa

23.10.2019 – Rojava – warum Erdogan Nordsyrien angreift

Unser Referent Holger befasst sich seit Jahren mit Rojava, Kurdistan und der kurdischen Bewegung. Er wird einen Überblick über die Geschichte und die konkreten gesellschaftlichen Veränderungen in Rojava geben, sowie den türkisch-dschihadistischen Angriff und seine Hintergründe erläutern. Und natürlich wird es auch darum gehen, was an Solidarität mit Rojava zu leisten ist.

Seit dem 10. Oktober greift die Türkei und mit ihr verbündete islamistische Milizen Gebiete in Nordsyrien an. Das ‚Rojava‘ genannte Gebiet hat mehrheitliche kurdische BewohnerInnen und ist seit kurz nach Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges 2011 eine selbstverwaltete Föderation.
Diese Föderation hat eine umfangreiche Demokratisierung durchgesetzt, verbunden mit gleichen Rechten für alle Bevölkerungs- und Religionsgruppen, mit besonderem Augenmerk auf eine im Nahen/Mittleren Osten beispiellose Stärkung von Frauenrechten. Eine gesellschaftliche Veränderung, die nichts weniger als eine Revolution darstellt..
Die Milizen Rojavas waren es, denen wir es hauptsächlich zu verdanken haben, dass der sog. „Islamische Staat“ (IS/ISIS/ DAESH) militärisch geschlagen und sein „Kalifat“ beendet wurde.
Rojava war bis vor kurzem die stabilste, friedlichste und demokratischste Region Syriens.
Jetzt wurden über 300.000 Menschen zu Geflüchteten gemacht, es gibt mindestens 200 zivile Todesopfer (Stand: 17.9.), die türkische Luftwaffe hat Krankenhäuser, Staudämme, Elektrizitätswerke, Bäckereien, Wohnviertel bombardiert, es droht eine massive ethnische Säuberung Rojavas von KurdInnen, assyrischen ChristInnen und der Religionsgruppe der Eziden/ Jesiden.
Von den Rojava-Milizen (YPG/YPJ, SDF) gefangengenommene IS-Kämpfer sind durch türkische Bombardements und Eroberungen eines Gefängnisses befreit worden und stellen jetzt wieder eine Bedrohung für die Region und die ganze Welt dar.
Weltweit sind viele hunderttausend, vielleicht Millionen Menschen in Solidarität mit Rojava auf die Straße gegangen – gerade auch angesichts des Verhaltens des US-Präsidenten Trump, der kurz vor dem Angriff der Türkei den Schutz der USA für die bis dahin im Kampf gegen den „IS“ mit den USA verbündeten Milizen Rojavas entzogen hat. Und angesichts der anfänglich völlig hohlen Lippenbekenntnisse Europas, gegen den Angriff zu sein.
Wir wollen in Schwerin nicht schweigen und nicht weg sehen!

25.05.2019 – Wir sind hier – Aufführung der Refugee Theater Groups

Die 12-köpfige Refugees Theater Groups wurde vor 4 Jahren ins Leben gerufen und konnte seitdem bei vielen Auftritten in ganz Deutschland ihre Geschichten erzählen.
Die Schauspieler_innen, welche selbst Fluchterfahrungen haben, wollen den Umgang der Europäischen Union und besonders der deutschen Regierung mit Geflüchteten und Migrant_innen
darstellen, anprangern und bekämpfen. Sie schreiben Szenen, die vom realen Leben der Geflüchteten in einem hinterhältigen System inspiriert sind.
Diese Szene behandeln den Asylantrag, Abschiebungen, unverständliche Briefe, Frontex und wie Grenzen unsere Welt zerteilen. Rassismus im Alltag und auf der Ausländerbehörde, Traumatisierung vom System, moderne Versklavung, die Geflüchteten ohne Rechte, die Gesundheitskarte und immer
wieder warten, warten, warten.
Die Darsteller_innen wollen der Öffentlichkeit und der Welt diese Geschichten erzählen. Sie möchten einem breiten Publikum die schlimme Situation aufzeigen, in der Geflüchtete und Migrant_innen in Europa und besonders in Deutschland leben. Mit ihrem Spiel möchten sie auf die Missstände aufmerksam machen, ihre Stimmen erheben sowie anderen Geflüchteten Orientierung und Informationen an die Hand geben.
Die Veranstaltung dauert etwa 2 Stunden und ist in französischer Sprache mit deutschem Untertitel.

https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/XI225/wir-sind-hier/

19.04.2018 (18Uhr) – Mobivortrag: 8. Mai Demmin – Wer nicht feiert, hat verloren

Der 8. Mai 1945, Tag der Befreiung vom Faschismus. Dieser Tag ist der bisherige Endpunkt nationalsozialistischer, deutscher Großmachtphantasien. Er markiert das Ende deutschen Rassen- und Vernichtungswahns und den Beginn eines neuen Lebens für die Verfolgten und Unterdrückten. Noch heute wird dieser Tag der Befreiung mit großer Begeisterung weltweit gefeiert.

Doch die militärische Niederschlagung der deutschen Volksgemeinschaft und ihrer Kollaborateur_innen hat die Ideologie dahinter nicht zur Gänze brechen können und die gesellschaftlichen Bedingungen, die den Nationalsozialismus hervorbrachten, sind bis heute nicht überwunden. Immer noch versuchen die Fans von Rassismus, Faschismus und Nationalismus die Befreiung vom NS als „Unterjochung“ darzustellen und mit Worten und Taten den vermeintlichen gesellschaftlichen Konsens über diese menschenverachtende Ideologie zu unterhöhlen. Sie machen Unsagbares sagbar und wollen somit Unvorstellbares wieder Tatsache werden lassen.

Im vorpommerschen Demmin werden auch in diesem Jahr Neonazis die Geschichte verdrehen und die Befreiung als Unterdrückung darstellen, dabei hilft ihnen die deutsche Staatsmacht. Und auch nach etlichen Jahren des Widerstands gegen ihren Marsch durch die Peenestadt werden wir wieder da sein, um ihrer falschen Darstellung von der Geschichte und ihrer Menschenverachtung entgegenzutreten.

Kommt zur Mobiveranstaltung und erfahrt wie ihr dabei sein könnt 🙂

29.03.2019 – Mobivortrag: Her mit dem schönen Leben!

„Rostock hilft“ bereitet derzeit eine antirassistische Demonstration vor den Europa- und Kommunalwahlen vor, welche am 4. Mai stattfinden soll. Dabei wollen wir unabhängig von der regelmäßigen Mobilisierung der AfD eigene Forderungen auf die Straße tragen (mehr dazu im nächsten Absatz). Vor der Demo soll es eine Aktionswoche zwischen dem 26. April und dem 4. Mai geben, welche Rahmen für verschiedenste kulturelle Veranstaltungen, Vorträge, Workshops und ein Familienfest bieten wird. Die gesamte Aktionswoche trägt den Titel “Her mit dem schönen Leben!“

Alle Infos dazu wird es bei uns an diesem Abend geben. Außerdem könnt ihr auf der Homepage vorbei schauen: https://www.hrohilft.de/aktion/

22.02.2019 – Lesung: 30 Jahre Antifa in Ostdeutschland

Der staatliche und gesellschaftliche Umbruch 1989/90 war ein Markstein für die heutige Antifa-Bewegung. Unter der Annahme einer gemeinsamen widerständigen Geschichte wurde in bisherigen Rückschauen allerdings nur wenig beachtet, dass in Ostdeutschland eine eigenständige Bewegung entstand, die bereits in der ausgehenden DDR ihren Anfang nahm und ein eigenes Profil entwickelte. 30 Jahre nach Gründung der ersten unabhängigen Antifa-Gruppen in der DDR bündelt dieser Band nun erstmals sozial-, kultur- und geschichtswissenschaftliche Analysen. Forscher_innen und Aktivist_innen geben dabei Einblicke in persönliche Handlungsanlässe, gesellschaftspolitische Kontexte und bewegungsinterne Debatten. Die Autor_innen widmen sich den Auseinandersetzungen mit der FDJ und DDR-Staatssicherheit, Raumaneignungen durch Hausbesetzungen und das ambivalente Verhältnis von Antifa-Gruppen in Ost- und Westdeutschland. Es werden biographische Aspekte sowie Verständnisse von Militanz rekonstruiert und eine raumtheoretische Perspektive vorgestellt. Weitere Beiträge besprechen das Theorie-Praxis-Verhältnis politischer Bildung, antifaschistische Gedenkpolitik und die Entstehung der Antideutschen. Abschließend werden Dissens und Chancen von zivilgesellschaftlichen Kooperationen beleuchtet.
https://www.dampfboot-verlag.de/shop/artikel/30-jahre-antifa-in-ostdeutschland

15.10.2018 – Queer Filmfest on Tour // danach Karaoke und Cocktails

Kino – Cocktails – Karaoke

Yippie! Es ist wieder so weit. Wie im letzten Jahr möchte uns das Team des QueerFilmFest aus Rostock mit schwulen-lesbischen-trans*-asexuellen-bisexuellen… Kurzfilmen und Musikvideos verwöhnen.
Nach diesem ausgiebigen cineastischen Erlebnis heißt es dann hoch die Tassen!
Wir bauen die Kinoleinwand ab und die Karaokemaschine auf.
Unsere ausgesprochen aktraktive Barcrew wird euch gleichzeitig mit martinilastigen Cocktails, Bier und Cola versorgen!
Das alles schreit nach einem fantastischen Abend – nicht nur für Queers.

Im Oktober diesen Jahres wurde im Peter-Weiss-Haus bereits zum 10.Mal der rote Teppich ausgerollt.
Oft abseits des Mainstreams, aber immer auf den Punkt waren die Kurzfilme, Vorträge, Dokumentationen, Spielfilme und Workshops, welche dem hochverehrten Publikum dort präsentiert wurden.
Wer es dieses Jahr nicht nach Rostock geschafft kann endlich aufatmen, denn jährlich gibt sich das QueerFilmFest on Tour auch in anderen Locations in MV die Ehre.

12.12.2018 – Unfairtobacco Filmfest 2018 – Schwerin

Wenn in Deutschland von Tabak die Rede ist, geht es meist um die gesundheitlichen Risiken des Rauchens. Ein Blick auf den gesamten Zyklus einer Zigarette zeigt, dass Tabak unterschiedlichste negative Auswirkungen auf die Lebensbedingungen im Globalen Süden und die Umwelt hat. Tabakfarmer*innen sind schädlichen Pestiziden und dem Nikotin in den Tabakblättern ausgesetzt. In den Anbaugebieten herrscht Armut und oftmals müssen auch Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen mitarbeiten. Tabakverarbeitung bedeutet immense Waldrodungen und Wasserverschmutzung und selbst nach dem Rauchen schaden weggeworfene Zigarettenkippen noch der Umwelt.

Unfairtobacco veranstaltet hierzu gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern eine Filmabendreihe, die durch Engagement Global mit finanzieller Unterstützung des BMZ, den Berliner Senat, den Evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienst und die Stiftung Umverteilen gefördert wird.

Am 12. Dezember 2018 findet in diesem Rahmen in Kooperation mit der BUNDjugend Mecklenburg-Vorpommern ein Filmabend im Komplex Schwerin, Pfaffenstraße 4, 19055 Schwerin statt. Ab 20.00 Uhr zeigen wir einen Film zu den Folgen von Tabak für Kinder und einen zu den Auswirkungen von Tabak auf die Umwelt. Anschließend steht uns Rike Hoppmann für ein Gespräch zur Verfügung. Wir sprechen über vegane und umweltfreundliche Tabakprodukte und Kinderarbeit im Tabakanbau.

Der Eintritt ist frei.

Mehr Infos unter unfairtobacco.org oder auf Facebook: Unfairtobacco

10.12.2018 – 15 Uhr Kundgebung Stern Buchholz: Menschenrechte – Für alle Immer Überall

„Für Frieden und Freiheit bin ich nach Deutschland gekommen“, so beginnen viele internationale Aktivist*innen ihre Fluchtgeschichten.

Die Erfahrungen, die viele dann in den Erstaufnahmelagern (EAS) machen, brechen mit diesen Erwartungen: Zum Nichtstun verdammt werden sie durch fehlende Selbstbestimmung und Sanktionen in Opferrollen gedrängt, durch unzureichende bzw. fehlende medizinische Versorgung und ohne Beschulung für Kinder. So gestaltet sich der Lageralltag für viele Menschen – über Monate, bis zu zwei Jahren. Erlebnisse mit Folter und Menschenrechtsverletzungen können in dieser Zeit nicht aufgearbeitet werden.

Gleichzeitig steht die deutsche Außenpolitik für ein lächerlich hohes Maß an Toleranz gegenüber gewalttätigen Regimen. Waffenlieferungen nach Ägypten, Schweigen zu Assads Folterknästen in Syrien, Hinrichtungen im Iran, Zwangsehen in Afghanistan. Wir leben in einer Welt, in der Menschenrechte verteidigt werden müssen. Für alle. Immer. Überall.

PRO BLEIBERECHT wirft am 10. Dezember einen kritischen Jahresrückblick auf die Situation in den Erstaufnahmestellen. Zudem sprechen auf der Kundgebung Aktivist*innen zur Menschenrechtslage in ihren Herkunftsländern.

Am Tag der Menschenrechte kommen wir zusammen und werden laut.
Wir erinnern uns daran, dass der Kampf gegen Unterdrückung, Entrechtung, Mord und Folter ein gemeinsamer ist; dass er uns alle angeht!

Redebeiträge (bisher zugesagt):
– Kritischer Jahresrückblick auf die Situation in den Erstaufnahmestellen in MV (PRO BLEIBERECHT in MV)
– Kampf für Menschen- und Frauenrechte in Syrien (Farah Abou Assali)
– Kampf für Menschen- und Frauenrechte in Afghanistan
– Religionsfreiheit als Menschenrecht (Norbert Wiencke, Netzwerk für Flüchtlinge, Demokratie und Toleranz Parchim e.V.)
– Beschulungssituation von Kindern in den EAS (Landesjugendring MV)
– Medizinische Versorgung in den EAS (PRO BLEIBERECHT in MV)
– Außerdem: Kurdische, persische und afghanische Lieder mit Aran

www.bleiberecht-mv.org/menschenrechte

23.11.2018 – Vortrag: Extreme Rechte in MV

Unbestritten ist Mecklenburg-Vorpommern ein Flächenland. Die Ostsee und etliche Naturschutzgebiete laden jedes Jahr mehr Touristen als Bewohner ins Bundesland ein. Wo viele junge Erwachsene aufgrund von Perspektivlosigkeit wegziehen, sehen Neonazi-Kader großes Potential im Aufbau ihrer Volksgemeinschaft im national, völkischen Stil. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zahlreiche Beispiele, wo sich rechte Gesinnung nahezu ohne öffentlich wahrnehmbares, zivilgesellschaftliches Engagement entwickeln kann. Gerade nach dem Ausscheiden der NPD aus dem Landtag, scheint sich das Aufklären über die rechten Aktivitäten im Hinterland als schwieriger zu gestalten. Viele Kader scheinen aus dem öffentlichen Bild verschwunden zu sein. Das kann schnell zu Fehleinschätzungen bezüglich rechter Aktivitäten in den einzelnen Regionen führen. In einem anschaulichen Vortrag soll den Zuhörern die aktuelle Situationen zu den Entwicklungen innerhalb der extrem Rechten in Mecklenburg-Vorpommern näher gebracht werden. Neben den wichtigsten Strukturen und Personen wird über Problemregionen sowie Ausrichtungen verschiedener Gruppierungen berichtet. Seid also gespannt, denn es gibt nicht nur was zu Hören sondern auch viel zu Gucken.

02.11.2018 – Lesung: Politisch aktiv sein und bleiben

Lesung zum Handbuch Nachhaltiger Aktivismus
Die politischen und persönlichen Herausforderungen nehmen für engagierte Menschen stetig zu. Wie können wir – ohne auszubrennen – mit diesen Umständen klug umgehen? Was macht Aktivist*innen wie auch soziale Bewegungen widerstandsfähiger, kreativer und erfolgreicher? Wie sieht es mit der feinen Balance zwischen individueller Selbstverwirklichung und kollektiver Befreiung aus? In Form eines Handbuchs stellt der Autor verschiedene Ansätze vor, die Aktivist*innen bei der Entwicklung eines langfristigen Engagements helfen. Dabei werden drei Säulen des Nachhaltigen Aktivismus beschrieben: Reflexion, individuelle Resilienzstrategien und kollektive Resilienzstrategien. Timo Luthmann ist seit Mitte der 1990er Jahre in sozialen Bewegungen aktiv: Von der Jugendumweltbewegung über die Anti-AKW-Bewegung bis hin zum Kampf gegen Sozialabbau.