Kategorie: Antifa

28.02.2020 – Neonazismus und antifaschistischer Widerstand in Schwerin

Vortrag: Neonazismus und antifaschistischer Widerstand in Schwerin

Angriffe auf Jugendzentren, Beteiligung am Pogrom in Lichtenhagen,
Organisierung über die Stadtgrenzen hinaus: In Schwerin gibt und gab es
schon immer Neonazistrukturen. Gleichzeitig gab es seit jeher auch
antifaschistische Gegenwehr, die sich in der tristen Beamtenstadt gegen
rechte Umtriebe gerade gemacht hat. Der Vortrag soll diese Entwicklungen
seit den 90er Jahren beleuchten, zeichnet eine Geschichte und begibt sich auf die Suche nach Kontinuitäten.

17.01.2019 – Nordkreuz Prozess – eine kritische Nachbetrachtung

Am 17.01.2020 um 19 Uhr findet im Komplex Schwerin eine Informationsveranstaltung zum Thema „Nordkreuzprozess“ statt. Als Referentin ist Caro Keller vom NSU Watch eingeladen und berichtet von dem Prozess gegen Marko G.

Fünf Tage vor Weihnachten verkündete das Schweriner Landgericht das Urteil im sogenannten Nordkreuz Prozess gegen Marko G. Zu 1 Jahr und 9 Monaten wurde der ehemalige „Elite“ Polizist wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verurteilt. Die Strafe ist jedoch zur Bewährung ausgesetzt worden.
Was war das Motiv von Marko G. für das Horten von unzähliger Munition – zum Teil aus Beständen der Polizei MV – und den Besitz einer Maschinenpistole Marke „Uzi“?
Marko G. versuchte dem Gericht glaubhaft zu machen, dass seine Motivation lediglich sein Faible für Waffen und Munition sei. Die von ihm zur Vorbereitung auf einen Tag X gegründete Chatgruppe Nordkreuz sei unpolitisch gewesen, äußerte er vor Gericht.

In der Urteilsverkündung folgte der Richter den Ausführungen des Angeklagten. Eine politische Motivation für das Beschaffen von Munition und Waffen sowie die Vorbereitung auf einen Tag X spielten in der Urteilsverkündung keine Rolle.
Bei Prozessbeginn hatte das Gericht eine Entpolitisierung des Verfahrens angestrebt und blieb dieser Linie bis zum Schluss treu.

Der Prozess hinterließ Fragen im Bezug auf das Motiv. Rechtsextreme Chatnachrichten und Verbindungen zu Parteien am rechten Rand, sowie das Auffinden von Todeslisten bei einem Mitglied der Nordkreuzgruppe lassen an dem Motiv von Marko G zweifeln.
Vor dem Prozessbeginn veröffentlichte eine Expertenkommission die Ergebnisse zur Untersuchung rechtsextremer Tendenzen in den Polizeistrukturen von M-V. In dem Bericht wird die SEK Einheit der Marko G angehörte, als rechtsextrem eingestuft.

Mit diesem Hintergrund wird es zusammen mit NSU Watch am 17.01.20 ab 19 Uhr im Komplex (Pfaffenstr. 4) eine kritische Nachbetrachtung zum Nordkreuz Prozess geben.
Wir möchten Euch zu dieser Veranstaltung herzlich einladen.

04.01.2020 – Demo in Rostock: Zusammenhalten! Für ein solidarisches Jahrzehnt

Wir brauchen nicht weit in die Vergangenheit zu schauen, allein das letzte Jahr hat neben kleineren Erfolgen vor allem zu großen Frustrationen geführt.
Zwar wurden 100-prozentige ALG-Kürzungen als verfassungswidrig eingestuft, aber Geflüchtete leben teils weiterhin mit Geldern deutlich unterm Existenzminimum. Zwar wurde die Tampon-Steuer abgeschafft, häusliche und sexualisierte Übergriffe auf Frauen und Mädchen jedoch nicht weniger. Zwar fanden Fridays for Future Aktivist*innen endlich Gehör, das daraufhin verabschiedete Klimapaket ist trotz Allem weniger als eine Mogelpackung. Mangelnde Aufklärung rechter Terrornetzwerke, die weit in staatliche Strukturen reichen. Sexuelle Übergriffe durch Polizisten während ein noch umfassenderes Polizeigesetz auf den Weg gebracht wird. Ein rassistisches Landesverfassungsgerichtsurteil zu AfD-Kramer, dass ein erneutes rechtliches Festigen eines rassistischen Status quo darstellt. Vermeintliche Einzelfälle, die zusammen mit diskriminierenden Gesetzen und neonazistischen Beamten und einem ignoranten CDU-Innenminister einmal mehr zeigen, dass der menschenverachtende Wahnsinn System hat.
Und doch wollen wir uns nicht kleinkriegen lassen! Trotz aller rassistischer, sexistischer, faschistischer, menschenverachtender Scheiße halten wir zusammen! Als Linksradikale heißt es für uns, sich darauf zu besinnen, dass wir vereint viel reißen können. Dass wir in unseren Räumen Diskriminierung und Dominanzscheiße keinen Platz lassen. Dass wir uns gegenseitig zuhören und solidarische Kritik üben, wenns mal kracht. Dass gemeinsames Kämpfen für die bessere Welt vielleicht nicht für jede*n den gleichen Weg bedeuten muss und wir trotzdem Stärke in der gemeinsamen Bewegung finden!
Wir rufen auf, wirklich Hand in Hand zusammenzustehen. Schulter an Schulter. Auch Themen stark zu machen, die als Kleinkram abgetan werden und Denen zuzuhören, deren Betroffenheit täglichen Widerstand doppelt anstrengend macht. Zusammenzuhalten in Zeiten, in denen Kraft und Empowerment nur aus unserer Stärke kommen kann! Bereit zu sein, Menschen mitzureißen, die auch das schöne Leben für alle wollen: Wir ziehen an einem Strang!

Deswegen treffen wir uns am 4.Januar um 15 Uhr am Margaretenplatz (HRO) um kraftvoll und solidarisch ins neue Jahr zu starten! Wir rufen zu einer lauten Demo auf, deren Sprechchöre die Vielfältigkeit unser Kämpfe widerspiegeln und geben allen die wollen Zeit, fünf Zeilen Kämpferisches, Kraftvolles, Nachdenkliches mit allen anderen zu teilen. Zusammenhalten für ein solidarisches 2020, zusammenhalten für ein solidarisches Jahrzehnt!

01.12.2019 – Sturz der rumänischen Diktatur /// intermedialer Abend

Viele wissen schon viel über den Sturz der U.R.S.S. in der 80ern. Viele wissen über den Fall der Mauer hier in Ostdeutschland. Jeder hat verschiedene Geschichten aus unterschiedlichen Quellen gehört oder selbst erlebt was das Leben im Osten betrifft. Einigen kennen die wahren Geschichten, die konkrete Beweise haben, wieder andere haben nur jene Geschichten gehört, bei denen die Beweise fehlen.

2000km weit weg von hier liegt ein Land, das eine besondere Trennung von der U.R.S.S hatte und zwar sehr blutig. Über 1100 Menschen haben ihr Leben verloren bei die 89er Revolution in Rumänien. Und 30 Jahre später kann der Staat immer noch nicht sagen warum, wie die Revolution überhaupt angefangen hat, ob sie geplant war, oder wie viel die amerikanische Regierung mit dem Sturz der U.R.S.S. Zu tun gehabt hat. All diese Fragen bleiben bis heute unbeantwortet.

Da zwischen der Wahrheit und den Geschichten noch genug Raum für Austausch und Diskussion besteht, sind Sie herzlich zu einem Abend voller Spannung und Informationsaustausch mit einem Vortrag, sowie einem Film zu dem Thema eingeladen

23.10.2019 – Rojava – warum Erdogan Nordsyrien angreift

Unser Referent Holger befasst sich seit Jahren mit Rojava, Kurdistan und der kurdischen Bewegung. Er wird einen Überblick über die Geschichte und die konkreten gesellschaftlichen Veränderungen in Rojava geben, sowie den türkisch-dschihadistischen Angriff und seine Hintergründe erläutern. Und natürlich wird es auch darum gehen, was an Solidarität mit Rojava zu leisten ist.

Seit dem 10. Oktober greift die Türkei und mit ihr verbündete islamistische Milizen Gebiete in Nordsyrien an. Das ‚Rojava‘ genannte Gebiet hat mehrheitliche kurdische BewohnerInnen und ist seit kurz nach Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges 2011 eine selbstverwaltete Föderation.
Diese Föderation hat eine umfangreiche Demokratisierung durchgesetzt, verbunden mit gleichen Rechten für alle Bevölkerungs- und Religionsgruppen, mit besonderem Augenmerk auf eine im Nahen/Mittleren Osten beispiellose Stärkung von Frauenrechten. Eine gesellschaftliche Veränderung, die nichts weniger als eine Revolution darstellt..
Die Milizen Rojavas waren es, denen wir es hauptsächlich zu verdanken haben, dass der sog. „Islamische Staat“ (IS/ISIS/ DAESH) militärisch geschlagen und sein „Kalifat“ beendet wurde.
Rojava war bis vor kurzem die stabilste, friedlichste und demokratischste Region Syriens.
Jetzt wurden über 300.000 Menschen zu Geflüchteten gemacht, es gibt mindestens 200 zivile Todesopfer (Stand: 17.9.), die türkische Luftwaffe hat Krankenhäuser, Staudämme, Elektrizitätswerke, Bäckereien, Wohnviertel bombardiert, es droht eine massive ethnische Säuberung Rojavas von KurdInnen, assyrischen ChristInnen und der Religionsgruppe der Eziden/ Jesiden.
Von den Rojava-Milizen (YPG/YPJ, SDF) gefangengenommene IS-Kämpfer sind durch türkische Bombardements und Eroberungen eines Gefängnisses befreit worden und stellen jetzt wieder eine Bedrohung für die Region und die ganze Welt dar.
Weltweit sind viele hunderttausend, vielleicht Millionen Menschen in Solidarität mit Rojava auf die Straße gegangen – gerade auch angesichts des Verhaltens des US-Präsidenten Trump, der kurz vor dem Angriff der Türkei den Schutz der USA für die bis dahin im Kampf gegen den „IS“ mit den USA verbündeten Milizen Rojavas entzogen hat. Und angesichts der anfänglich völlig hohlen Lippenbekenntnisse Europas, gegen den Angriff zu sein.
Wir wollen in Schwerin nicht schweigen und nicht weg sehen!

25.05.2019 – Wir sind hier – Aufführung der Refugee Theater Groups

Die 12-köpfige Refugees Theater Groups wurde vor 4 Jahren ins Leben gerufen und konnte seitdem bei vielen Auftritten in ganz Deutschland ihre Geschichten erzählen.
Die Schauspieler_innen, welche selbst Fluchterfahrungen haben, wollen den Umgang der Europäischen Union und besonders der deutschen Regierung mit Geflüchteten und Migrant_innen
darstellen, anprangern und bekämpfen. Sie schreiben Szenen, die vom realen Leben der Geflüchteten in einem hinterhältigen System inspiriert sind.
Diese Szene behandeln den Asylantrag, Abschiebungen, unverständliche Briefe, Frontex und wie Grenzen unsere Welt zerteilen. Rassismus im Alltag und auf der Ausländerbehörde, Traumatisierung vom System, moderne Versklavung, die Geflüchteten ohne Rechte, die Gesundheitskarte und immer
wieder warten, warten, warten.
Die Darsteller_innen wollen der Öffentlichkeit und der Welt diese Geschichten erzählen. Sie möchten einem breiten Publikum die schlimme Situation aufzeigen, in der Geflüchtete und Migrant_innen in Europa und besonders in Deutschland leben. Mit ihrem Spiel möchten sie auf die Missstände aufmerksam machen, ihre Stimmen erheben sowie anderen Geflüchteten Orientierung und Informationen an die Hand geben.
Die Veranstaltung dauert etwa 2 Stunden und ist in französischer Sprache mit deutschem Untertitel.

https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/XI225/wir-sind-hier/

19.04.2018 (18Uhr) – Mobivortrag: 8. Mai Demmin – Wer nicht feiert, hat verloren

Der 8. Mai 1945, Tag der Befreiung vom Faschismus. Dieser Tag ist der bisherige Endpunkt nationalsozialistischer, deutscher Großmachtphantasien. Er markiert das Ende deutschen Rassen- und Vernichtungswahns und den Beginn eines neuen Lebens für die Verfolgten und Unterdrückten. Noch heute wird dieser Tag der Befreiung mit großer Begeisterung weltweit gefeiert.

Doch die militärische Niederschlagung der deutschen Volksgemeinschaft und ihrer Kollaborateur_innen hat die Ideologie dahinter nicht zur Gänze brechen können und die gesellschaftlichen Bedingungen, die den Nationalsozialismus hervorbrachten, sind bis heute nicht überwunden. Immer noch versuchen die Fans von Rassismus, Faschismus und Nationalismus die Befreiung vom NS als „Unterjochung“ darzustellen und mit Worten und Taten den vermeintlichen gesellschaftlichen Konsens über diese menschenverachtende Ideologie zu unterhöhlen. Sie machen Unsagbares sagbar und wollen somit Unvorstellbares wieder Tatsache werden lassen.

Im vorpommerschen Demmin werden auch in diesem Jahr Neonazis die Geschichte verdrehen und die Befreiung als Unterdrückung darstellen, dabei hilft ihnen die deutsche Staatsmacht. Und auch nach etlichen Jahren des Widerstands gegen ihren Marsch durch die Peenestadt werden wir wieder da sein, um ihrer falschen Darstellung von der Geschichte und ihrer Menschenverachtung entgegenzutreten.

Kommt zur Mobiveranstaltung und erfahrt wie ihr dabei sein könnt 🙂

29.03.2019 – Mobivortrag: Her mit dem schönen Leben!

„Rostock hilft“ bereitet derzeit eine antirassistische Demonstration vor den Europa- und Kommunalwahlen vor, welche am 4. Mai stattfinden soll. Dabei wollen wir unabhängig von der regelmäßigen Mobilisierung der AfD eigene Forderungen auf die Straße tragen (mehr dazu im nächsten Absatz). Vor der Demo soll es eine Aktionswoche zwischen dem 26. April und dem 4. Mai geben, welche Rahmen für verschiedenste kulturelle Veranstaltungen, Vorträge, Workshops und ein Familienfest bieten wird. Die gesamte Aktionswoche trägt den Titel “Her mit dem schönen Leben!“

Alle Infos dazu wird es bei uns an diesem Abend geben. Außerdem könnt ihr auf der Homepage vorbei schauen: https://www.hrohilft.de/aktion/

22.02.2019 – Lesung: 30 Jahre Antifa in Ostdeutschland

Der staatliche und gesellschaftliche Umbruch 1989/90 war ein Markstein für die heutige Antifa-Bewegung. Unter der Annahme einer gemeinsamen widerständigen Geschichte wurde in bisherigen Rückschauen allerdings nur wenig beachtet, dass in Ostdeutschland eine eigenständige Bewegung entstand, die bereits in der ausgehenden DDR ihren Anfang nahm und ein eigenes Profil entwickelte. 30 Jahre nach Gründung der ersten unabhängigen Antifa-Gruppen in der DDR bündelt dieser Band nun erstmals sozial-, kultur- und geschichtswissenschaftliche Analysen. Forscher_innen und Aktivist_innen geben dabei Einblicke in persönliche Handlungsanlässe, gesellschaftspolitische Kontexte und bewegungsinterne Debatten. Die Autor_innen widmen sich den Auseinandersetzungen mit der FDJ und DDR-Staatssicherheit, Raumaneignungen durch Hausbesetzungen und das ambivalente Verhältnis von Antifa-Gruppen in Ost- und Westdeutschland. Es werden biographische Aspekte sowie Verständnisse von Militanz rekonstruiert und eine raumtheoretische Perspektive vorgestellt. Weitere Beiträge besprechen das Theorie-Praxis-Verhältnis politischer Bildung, antifaschistische Gedenkpolitik und die Entstehung der Antideutschen. Abschließend werden Dissens und Chancen von zivilgesellschaftlichen Kooperationen beleuchtet.
https://www.dampfboot-verlag.de/shop/artikel/30-jahre-antifa-in-ostdeutschland

15.10.2018 – Queer Filmfest on Tour // danach Karaoke und Cocktails

Kino – Cocktails – Karaoke

Yippie! Es ist wieder so weit. Wie im letzten Jahr möchte uns das Team des QueerFilmFest aus Rostock mit schwulen-lesbischen-trans*-asexuellen-bisexuellen… Kurzfilmen und Musikvideos verwöhnen.
Nach diesem ausgiebigen cineastischen Erlebnis heißt es dann hoch die Tassen!
Wir bauen die Kinoleinwand ab und die Karaokemaschine auf.
Unsere ausgesprochen aktraktive Barcrew wird euch gleichzeitig mit martinilastigen Cocktails, Bier und Cola versorgen!
Das alles schreit nach einem fantastischen Abend – nicht nur für Queers.

Im Oktober diesen Jahres wurde im Peter-Weiss-Haus bereits zum 10.Mal der rote Teppich ausgerollt.
Oft abseits des Mainstreams, aber immer auf den Punkt waren die Kurzfilme, Vorträge, Dokumentationen, Spielfilme und Workshops, welche dem hochverehrten Publikum dort präsentiert wurden.
Wer es dieses Jahr nicht nach Rostock geschafft kann endlich aufatmen, denn jährlich gibt sich das QueerFilmFest on Tour auch in anderen Locations in MV die Ehre.