01.06.2018 – Vortrag: Stützpunkt statt Freiraum?

Die Idee, Freiräume in dieser Gesellschaft zu schaffen, an denen
marginalisierte Lebensentwürfe ausgelebt, neue Konzepte von Gesellschaft
entwickelt und politische Organisation stattfinden kann, ist sehr alt.
Sie suggeriert jedoch auch, dass solche Räume außerhalb der
Mehrheitsgesellschaft wirklich etwas anderes schaffen könnten und von
sonstigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen frei wären.

Der Input wird sich an diesen Vorstellungen abarbeiten und gleichzeitig
ein Konzept von “Stützpunkten” entfalten, die ihre Verstrickungen in den
gesellschaftlichen Verhältnissen mitdenken, reflektieren und die durch
progressive Kämpfe verteidigt werden. Hiermit soll zum einen die
Perspektive verschoben werden: Wo „Freiräume“ erkämpft, gestaltet und
verteidigt werden und selbst das Ziel einer entsprechenden Politik
darstellen, stellt sich gegenüber „Stützpunkten“ die Frage, was sie der
eigenen Praxis bringen und wo sie ihre Funktion verlieren. Zugleich soll
so der ausschließliche Fokus auf Subkultur- und Stadtteilzentren
aufgebrochen werden um die Frage zu ermöglichen, welche Stützpunkte
derzeit gebraucht werden.

Als Diskussionsanregung werden hierzu neun Thesen zum Stützpunkt
vorgestellt.