06.04.2018 – Jamel: Willkommen bei der Dorfgemeinschaft

Ein Ortsschild weist Reisenden den Weg von der B 105 in das kleine Dörfchen Jamel. Für Menschen, die das erste Mal den Ort besuchen, scheint der Anblick befremdlich: ein Wegweise weist den Weg nach Braunau am Inn, der Geburtsstadt Adolf Hitlers. Ein riesiges Wandgemälde mit traditioneller Familie und einem Irmisul begrüßt die Besucher. Seit Jahren dominiert die rechte Einstellung der Bewohner das Dorf und dessen Umland. Die Neonazis haben sich dort ihren eigenen Lebensraum mit Arbeitsplätzen, Wohnraum und brauner Erlebniswelt geschaffen. Regelmäßig verwandeln die von der „Dorfgemeinschaft Jamel“ organisierte Großevents, wie Sommersonnenwenden oder Lichterfeste, das Dorf zu einer No-Go-Area für politische Feindbilder. Seit Beginn der 90er ranken sich viele unbegründete Mythen um das Dörfchen. Die Zivilgesellschaft scheint ohnmächtig und hat sich weitestgehend aus der Region zurück gezogen.

Die Referenten laden die Zuschauer_Innen zu einem Spaziergang durch Jamel ein. Vorgestellt werden die Strukturen und Köpfe hinter der „Dorfgemeinschaft Jamel“ sowie dem nahegelegenen „Thinghaus“. Die Zuhörenden bekommen einen exklusiven Einblick in die Örtlichkeiten und werden über Probleme sowie Chancen in der Region aufgeklärt.