12.11.2017 – Mittelalterlicher Antijudaismus in Mecklenburg

Antijudaismus war im europäischen Mittelalter teilweise in weiten Teilen der Gesellschaft etabliert und fand über die Jahrhunderte traurige Höhepunkte: Es kam zur Ermordung, Hinrichtungen und Vertreibungen jüdischer Menschen im deutschsprachigen Raum. Die Vorwürfe glichen sich oftmals oder folgtem gar einem stereotypen Muster. Neben Ritualmord- und Brunnenvergiftungsanschuldigungen wurden jüdische Menschen seit dem 13. Jahrhundert immer wiedes des Hostienfrevels bezichtigt. Im Zentrum dieses Vortrags stehen angebliche Hostienfrevel im mittelalterlichen Mecklenburg, besonders der Hostienschändungsprozess 1492 in Sternberg, der als folgenschwerster Judenpogrom des Mittelalters in der Region zählt. 25 Juden und 2 Jüdinnen wurden im Oktober 1492 auf dem sogenannten Judenberg in Sternberg auf dem Scheiterhaufen verbrannt.